Glossar

Abbrand


Der ganze Prozess vom Anzünden bis zum Ausglühen eines Festbrennstoffs wird als Abbrand bezeichnet. Drei Stufen definieren den Abbrand:

1. Feuer entfachen
2. Gase entweichen dem Brennstoff, die wiederum verbrennen
3. Ausglühen der Reststoffe

Die Steuerung des Abbrands erfolgt über die Verbrennungsluftzufuhr. Je mehr Luft zugeführt wird, desto stärker ist der Abbrand. Um möglichst effizient zu heizen, sollte der Abbrand gleichmäßig erfolgen.

Abgasmassenstrom


Der Abgasmassenstrom wird über die gesamte Masse an Luft und Abgasen definiert, die innerhalbe eines bestimmten Zeitintervalls nach draußen geführt werden. Die Hauptbestandteile des Abgasmassenstroms sind CO, Wasserdampf, Stickstoff, Rußpartikel sowie CO2. Je nachdem, wo die Feuerstätte aufgestellt wird und je nach Art der Feuerstätte fällt die Menge der zugeführten Luft unterschiedlich aus. Ebenso hat eine externe Verbrennungsluftzufuhr weiteren Einfluss darauf. Um den Abgasmassenstrom zu berechnen, wird die mittlere Strömungsgeschwindigkeit mit der Dichte des Transportmediums sowie dem Querschnitt des Schornsteinrohrs multipliziert. Der Abgasmassenstrom wird in kg/h oder g/s angegeben.

Abgasstutzen


Der Abgasstutzen verbindet das Rauchrohr mit dem Kamin oder den Kaminofen direkt mit dem Schornsteinrohr verbunden. Der Abgasstutzen befindet sich je nach Kaminofen oben oder hinten am Korpus. Wichtig ist, dass der Abgasstutzen dicht mit dem Rauchrohr abschließt, um das Ausdringen von Rauchgasen zu verhindern.

Abgastemperatur


Als Abgastemperatur wird die Temperatur bezeichnet, die Rauchgase aufweisen, bevor sie in den Schornstein gelangen. Sowohl bei der Prüfung für eine Euronorm wird die Abgastemperatur gemessen als auch bei der Feuerstättenschau und der Inbetriebnahme des Ofen durch den Schornsteinfeger. Grundsätzlich gilt die Regel, dass die Konzentration an Schadstoffen mit steigender Abgastemperatur abnimmt. Ebenso ist es wichtig, dass die Abgastemperatur hoch bleibt, weil so der Schornsteinversottung vorgebeugt werden kann. Wird ein Außenwand-Schornstein aus Edelstahl verwendet, sollte die Abgastemperatur über 180°C liegen, damit der Schornsteinzug ausreicht, um alle Abgase sicher ins Freie zu leiten.

Anheizen


Anheizen bedeutet, ein Feuer in einem Ofen zu entfachen. Man kann dazu auch „schüren“ oder „anfeuern“ sagen. Wie Sie Ihren Ofen anheizen, hängt vom Ofentyp ab. Pelletöfen müssen z.B. nicht angeheizt werden, sondern lassen sich auch automatisiert zünden.

Aschekasten


Ein Aschekasten ist ein Behältnis aus feuerfestem Stahl, das bei einem Kaminofen oder einem offenen Kamin in die Mulde unterhalb des Feuerrosts geschoben wird. Dort werden die bei der Verbrennung von Holz entstehenden Reste wie Asche und Ruß gesammelt. Wenn diese abgekühlt sind, können Sie den Inhalt aus dem Aschekasten als Dünger auf dem Rasen oder in Blumenbeeten verteilen.
Brennstoffe. Grundsätzlich sind Brennstoffe Materialien, die Wärmeenergie freisetzen, wenn sie verbrannt werden. Für Heizungen werden sowohl feste und flüssige als auch gasförmige Brennstoffe genutzt. Kaminöfen oder Pelletöfen werden mit festen Brennstoffen und nachwachsenden Rohstoffen, also mit Holz oder Holzpellets beheizt.

Bauart 1


Die Bezeichnung „Bauart 1“ besagt, dass ein Kaminofen oder Heizeinsatz über eine selbstschließende Feuerraumtür verfügt. Wenn mehr als eine Feuerstätte an einem Schornstein betrieben wird, kommt die Bauart 1 u.a. zum Tragen. Dann bieten Öfen mit selbstschließender Feuerraumtür mehr Betriebssicherheit. Denn diese Türen verhindern, dass Rauchgase anderer an das Abgassystem angeschlossene Öfen in den Wohnraum eindringen können. Ein Ofen, der in ein bestehendes System mit Mehrfachbelegung integriert werden soll, muss die Anforderungen der DIN EN 13384-2 erfüllen.

Brennwert


Der Brennwert, oft auch Heizwert, eines Brennstoffes bestimmt seine Qualität. Je höher dieser Wert, desto höher ist die Energieausbeute dieses Brennstoffs. Bei Holzfeuerungsanlagen ist die Höhe des Brennwerts von der Baumsorte sowie der Trockenheit des Holzes abhängig. Je trockener das Holz ist, desto höher ist auch sein Brennwert.

DIN Plus


Öfen, welche das Zertifikat DIN plus tragen, erfüllen noch strengere Anforderungen an Energieeffizienz und Umweltschutz. Sie verbrauchen nicht nur weniger Brennstoffe, sondern sorgen auch für weniger Emissionen, die weit unter den in der 1. BImschV geforderten Grenzwerten liegen. Auch der Wirkungsgrad der DIN plus Kaminöfen ist höher als von gängigen Prüfnormen verlangt.
Um die Unabhängigkeit der Ergebnisse zu erhalten, müssen alle Prüfstellen die Daten ihrer Messungen der Zertifizierungsstelle DIN CERTCO vorlegen.

BImSchV


Die Bundesimmissionsschutzverordnung, kurz BImSchV, reguliert die Grenzwerte für alle Emissionen und Abgase, insbesondere Feinstaub und CO, die von kleineren und mittleren Feuerungsanlagen ausgestoßen werden. Zugleich sind in der BImSchV Fristen für den Austausch von alten Öfen sowie zur Umrüstung von Feuerstätten fixiert. Im Bundesimmissionsschutzgesetz wird wiederum der Immissionsschutz geregelt.

Drosselklappe


Die Drosselklappe ist eine Sperrvorrichtung für Ofenrohr. Damit lässt sich der Abbrand steuern. Beim Öffnen der Klappe kann der Verbrennungsluft zusätzlicher Sauerstoff zugefügt werden. Wird die Drosselklappe geschlossen, wird der Abbrand „gedrosselt“. Wenn die Funktion sinnvoll genutzt wird, lassen sich damit Emissionen senken und Heizkosten sparen.

EN13240 bzw. DIN 18891


Die EN 13240 löst die alte DIN 18891 ab. Diese Normen betreffen Kaminöfen, die mit Holz, Scheitholz oder Braunkohlebriketts betrieben werden. Um die EN 13240 zu erfüllen, dürfen diese Öfen nicht als alleinige Heizungsanlage und nicht für den Dauerbetrieb verwendet werden.

EN 12815


Feuerstätten, die mit festen Brennstoffen zum Kochen oder zum Heizen im Aufstellraum genutzt werden, unterliegen der EN 12815. Die Zertifizierung wird von einer unabhängigen Prüfstelle vergeben, sobald ein Ofen hinsichtlich Betriebssicherheit, der Back- sowie der Nennwärmeleistung ohne Beanstandungen geprüft wurde.

EN 13240


Mit der EN 13240 wird der Betrieb von freistehenden Raumheizungen geregelt, die für Festbrennstoffe ausgelegt sind. Von der Norm betroffen sind sowohl Kaminöfen mit oder ohne Wasserführung sowie Dauerbrandöfen oder Zeitbrandöfen. Die EN 13240 löst die alte DIN 18891 sowie DIN 18890 ab.

Energiegehalt

-> siehe Heizwert

Erforderlicher Förderdruck


Zwischen der Luft an der Schornsteinmündung und der Luft um die Feuerstätte herum besteht üblicherweise ein Druckunterschied. Durch diesen Unterschied der Luftmassen entsteht bei der Verbrennung und den dadurch erzeugten Temperaturunterschied ein Unterdruck, der die Abgase durch den Schornstein nach oben ins Freie zieht, auch Schornsteinzug genannt. Damit die Abgase sicher von einer Feuerstätte nach außen transportiert werden können, benötigt ein Kaminofen oder ein Pelletofen einen bestimmten Förderdruck. Die Höhe des erforderlichen Drucks kann über die Herstellerangaben ermittelt werden. Je nach Ofenmodell kann z.B. die Installation einer Schornsteinverlängerung nötig sein, um den erforderlichen Schornsteinzug zu erzielen.

Feinstaub


Unter Feinstaub versteht man die Masse aller Partikel, die im gesamten Staub enthalten sind und die einen kleineren Durchmesser als 10 µm aufweisen. Feinstaub oder Schwebestaub kann auf natürliche Weise entstehen, wenn z.B. Böden erodieren oder als Nebenprodukt von Verbrennungsvorgängen in die Luft gelangen. Der sogenannte Feinstaub gilt als Mitverursacher von ernsten Atemwegserkrankungen, da sich die sehr kleinen Staubpartikel tief in der Lunge festsetzen können und nicht von den Bronchien abtransportiert werden. Ältere Kaminöfen, die nicht den geltenden Bestimmungen zum Feinstaub entsprechen, müssen mit einem Rußfilter nachgerüstet werden. Näheres dazu regelt die 1. BImschV.

Funkenschutz


Unter Funkenschutz versteht man üblicherweise eine Vorrichtung, die vor den Feuerraum bei einem offenen Kamin gestellt wird. Mit einem Funkenschutz wird vermieden, dass durch das Kaminfeuer entstehende Funken in den Wohnraum gelangen und Möbel oder Böden beschädigen. Im schlimmsten Fall können herumfliegende Funken auch ursächlich für Hausbrände sein. Aus diesem Grund erfüllt das Funkenschutzgitter auch eine Sicherheitsfunktion. Die gängige Variante ist ein dreiteiliges Funkenschutzgitter aus Stahl mit einem Drahtgeflecht. Etwas hochwertiger ist Funkenschutz aus Einscheibensicherheitsglas mit einem Rahmen aus Edelstahl oder Messing. Beide Varianten sind jedoch gleich sicher.

Gusseisen


Bei Gusseisen handelt es sich um eine bestimmte Sorte von Stahl, der u.a. für die Fertigung von Kaminöfen-Korpussen oder auch Kaminzubehör wie Kaminbesteck verwendet wird. Allgemein wird Gusseisen als Sammelbegriff für Eisen-Kohlenstoff-Legierungen verwendet, die einen Kohlenstoffgehalt von mindestens 2 Prozent enthalten. Daneben sind weitere Legierungsbestandteile wie Silizium im Gusseisen vorhanden. Kaminöfen aus Guss zeichnen sich durch eine hohe Wärmeleitfähigkeit und die davon ausgehende, angenehme Strahlungswärme aus. Im Gegensatz zu herkömmlichen Öfen benötigen Guss-Kaminöfen keine Schamottesteine zur Wärmespeicherung.

Heizwert


Ein Synonym für Heizwert ist häufig auch Energiewert. Der Heizwert ist selbst eine Angabe zur Energieleistung eines Brennstoffes. Für die Bestimmung des Heizwertes gibt es feste Regularien, die in der DIN 5499 und 51900 festgelegt sind. Berechnet wird der Heizwert, indem bei der Verbrennung eines Stoffes die maximal erzielbare Wärmemenge ermittelt wird, ohne dass dabei Wasserdampf entstehen darf.
Wichtig: der Heizwert ist nicht gleich der Brennwert. Denn hier wird auch der sich beim Verbrennungsvorgang entwickelnde Wasserdampf mitberechnet.

Holzfeuchte bzw. Holzfeuchtigkeit


Die Holzfeuchtigkeit oder Holzfeuchte ist ein wichtiger Wert, um zu wissen, ob das Feuerholz für den Ofen genutzt werden kann. Die Holzfeuchtigkeit wird nach festen Regeln bestimmt, die in der DIN 52183 fixiert sind. Bei der Berechnung der Holzfeuchte wird die Masse der im Holz enthaltenen Wasserbestandteile durch die Masse der wasserfreien Holzpartikeln (dem Darrholz) geteilt und das Ergebnis mit 100 multipliziert. Die Holzfeuchtigkeit wird folglich in Prozent angegeben. Wird Holz frisch geschlagen, kann es sogar eine Holzfeuchtigkeit von über 100 Prozent aufweisen.
Feuerholz sollte eine Holzfeuchte von 20 Prozent nicht überschreiten. Ideal sind Werte zwischen 6 und 10 Prozent, da der Heizwert des Holzes steigt, je trockener es ist.

Immission


Als Immission werden grundsätzlich alle Luftverunreinigungen bezeichnet, die durch den Menschen verursacht werden und welche schließlich auf Mensch und Tier Einfluss haben. Emissionen können sowohl Geräusche als auch Licht, Wärme oder Strahlung sein. Ein relevanter Wert für die Feuerungstechnik ist z.B. die Höhe der Feinstaubkonzentration im Abgas. Auch Kaminöfen und andere Heizöfen sorgen für zusätzliche Immission. Das Regelwerk für die erlaubten Immissionswerte ist die 1. Bundesimmissionsschutzverordnung (1. BImschG). Dort sind die Grenzwerte für Feinstaub und Kohlendioxid festgelegt. Wenn Sie einen Kaminofen oder Pelletofen kaufen, können Sie am Typenschild ablesen, wie hoch die Emissionen des Produkts für Feinstaub und CO2 sind.

Kaminbesteck


Das Kaminbesteck oder die Kamingarnitur enthält wichtige Werkzeuge zur Pflege und Reinigung des Kamins. Die Standardausstattung besteht aus einem Kaminbesen zum Ausfegen des Feuerraums oder des Aschekastens, einem Schürhaken zur Glutverteilung sowie einer Kaminschaufel zum Herausholen von Asche und Holzstücken aus dem Feuerraum. Bei vierteiligen Sets wird üblicherweise noch eine Kaminzange beigefügt. Für Kaminbesteck wird meist Stahl oder Schmiedeeisen verwendet. Für eine elegante Optik sorgen zudem auch Messing- oder Edelstahl-Kaminbestecke.

Kaminkehrer/Schornsteinfeger


Der Schornsteinfeger wird in manchen Regionen auch als Kaminkehrer oder Essenkehrer bezeichnet. Die Namensgebung hängt dann immer jeweils davon ab, wie der Schornstein in der jeweiligen Region genannt wird. Die Rolle des Schornsteinfegers besteht darin, Feuerstätten auf ihre Betriebssicherheit zu prüfen und einen Feuerstättenbescheid auszustellen. Seit 2013 ist das Schornsteinfegermonopol gefallen. Dies bedeutet, dass der Schornsteinfeger auch außerhalb seines Kehrbezirks arbeiten und zusätzliche Services wie Energieberatung oder Produkte anbieten darf. Die Rechte und Pflichten des Schornsteinfegers werden im sog. Schornsteinfegergesetz aufgeführt:

Kohlendioxid


Kohlendioxid ist ein Gas, das bei der Verbrennung entsteht. CO2 ist geruchs- und farblos. Allgemein gilt das Verbrennungsgas als ursächlich für die zunehmende Erderwärmung. Aus diesem Grund wurden in der 1. BimschV Grenzwerte für den Ausstoß von CO2 bei Öfen definiert.

Kohlenmonoxid


Kohlenmonoxid ist ebenso wie Kohlendioxid ein geruch- und farbloses Gas, das beim Verbrennungsvorgang entsteht. Es ist besonders gefährlich, da es hochgiftig ist. Kohlenmonoxid entsteht in großen Mengen besonders dann, wenn Bennstoffe nicht vollständig verbrennen. Als Ursache für einen unzureichenden Abbrand sind Schäden am Ofen sowie ein mangelhafter Schornsteinzug zu nennen. So können z.B. nistende Vögel im Schornstein dazu führen, dass die Abgase nicht mehr abgeführt werden und sich im Wohnraum verbreiten. Um der Gefahr einer Kohlenmonoxidvergiftung zu entgehen, ist es empfehlenswert, CO-Melder zu verwenden.

Konvektionswärme


Als Konvektionswärme wird die Wärme bezeichnet, die dann entsteht, wenn sich Oberflächen erwärmen, dadurch die umgebende Luft aufheizen und die warme Luft dann aufsteigt. Dieses Phänomen wird auch Konvektion genannt. Im Gegensatz zur Strahlungswärme verbreitet sich die Konvektionswärme gleichmäßiger im Raum. Es dauert dafür aber auch länger, bis die Wärme auch die Menschen erreicht, die sich in diesem Raum aufhalten.

Münchener Norm


Mit der Münchner Norm hat die Stadt an der Isar am 30.10.1999 eine Norm erlassen aufgrund derer Kaminöfen und andere Feuerstätten nicht im Münchner Stadtgebiet genutzt werden dürfen, wenn sie die in der Norm formulierten Grenzwerte für CO und weitere Rauchgase sowie Feinstaub überschreiten.

Nachverbrennung


Als Nachverbrennung wird der Vorgang bezeichnet, wenn Abgase mit Hilfe der Tertiärluft nochmals verbrannt werden, bevor sie in den Schornstein geführt werden. Durch die Nachverbrennung werden die Rauchgase nochmals gereinigt. Zusätzlich kann der Wirkungsgrad eines Kaminofens erhöht werden, wenn die Wärme genutzt wird, die bei der Nachverbrennung entsteht. Kaminöfen mit Nachverbrennungstechnik liefern im Bereich der Energieeffizienz noch besserer Werte als Öfen, die keine Tertiärluft für die Nachverbrennung verwenden.

Nennwärmeleistung


Mit der Nennwärmeleistung wird die maximal verwendbare Menge an Wärme bezeichnet, die eine Feuerstätte abgeben kann. Die Nennwärmeleistung wird im Dauerbetrieb ermittelt und in Zeiteinheit sowie kW gemessen. Das Typenschild von Kaminöfen oder anderen Feuerstätten gibt die Nennwärmeleistung der Feuerstätte an. Vergleichbar mit der Höchstgeschwindigkeit bei PKW ist der Nennwärmeleistungsbereich. Dabei handelt es sich um die maximal zu erzielende Nennwärmeleistung, die genutzt werden kann. Über die Nennwärmeleistung kann bestimmt werden, welcher Ofen für welche Wohnraumgröße geeignet ist. In der Energiesparverordnung (EnEV) wird aufgeführt, wie die Nennwärmeleistung berechnet werden darf.

ÖNorm


Mit der ÖNorm wird der Betrieb von Feuerstätten in Österreich geregelt. Dabei gelten ähnlich wie bei der 1. BImSchV bestimmte Grenzwerte für den Betrieb von Feuerstätten. Die ÖNorm bezieht sich vor allem auf die Wirkungsgrade der Öfen sowie die Feinstaub- und CO-Konzentration im Abgas.

Primärluft


Die Primärluft versorgt das Feuer im Brennraum direkt von unten über den Feuerrost mit Sauerstoff. Vor allem beim Anheizen und bei machen Öfen auch während des Abbrands kommt die Primärluft zum Einsatz. Ist der Kaminofen angeheizt, wird die Primärluftzufuhr mit Hilfe eines Reglers gestoppt. In der Regel wird der Betrieb des Ofens dann durch die Sekundärluft garantiert.

Raumheizvermögen


Das Raumheizvermögen ist wichtig, um die benötigte Leistung eines Kamins zu bestimmen. Nach DIN 18893 ist das Raumheizvermögen klar definiert. Folgende Kürzel werden für die Eigenschaften verwendet:
GH – günstige Heizbedingungen
WGH – weniger günstige Heizbedingungen
UH – ungünstige Heizbedingungen
Darüber hinaus sind auch die Art der Hausisolation sowie die verwendeten Brennstoffe wichtige Faktoren, die das Raumheizvermögen mit beeinflussen. Als Faustwert gilt die Regel 0,1 kWh pro m² Wohnfläche. Wer also 100 m2 mit einem Kaminofen beheizen möchte, sollte ein Gerät wählen, dass 10 kW leistet. Bei der Berechnung des Raumheizvermögens sollte immer berücksichtigt werden, dass ein zu groß dimensionierter Kaminofen keine Vorteile bringt.

Raumluftunabhängig (RLU)


Ein raumluftunabhängiger Ofen kann mit einer externen Verbrennungsluftzufuhr betrieben werden. Diese Öfen entziehen dem Umgebungsraum bei der Verbrennung demnach keinen Sauerstoff. Dies ist vor allem dann nötig, wenn der Ofen in einem Niedrigenergiehaus genutzt wird. RLU Feuerstätten müssen vom Deutschen Institut für Bautechnik zugelassen werden.
Bei der Montage wird er RLU-Ofen per Aluflexrohr oftmals an einen Luft-Abgas-Schornstein angeschlossen, der sowohl Abgase abtransportiert als auch Frischluft einführt. Alternativ kann die Verbrennungsluftzufuhr auch über eine zusätzliche Öffnung in der Außenwand erfolgen.

Rauchrohr/ Ofenrohr


Mit einem Rauchrohr oder Ofenrohr wird die Feuerstätte, also der Kaminofen oder Pelletofen, an das Abgassystem angeschlossen. Je nach Bedarf sind auch Rauchrohre mit Drosselklappe für die Zugoptimierung nötig. Rauchrohre werden heute üblicherweise aus Stahlblech hergestellt. Hochwertige Rohre weisen dabei eine Materialstärke von mindestens zwei Millimetern auf.
Üblich sind Rauchrohre mit Senothermlackierung. Unlackierte Ofenrohre können individuell behandelt werden.
Kleine Lackschäden lassen sich leicht mit entsprechendem Ofenlack reparieren.

Regensburger Norm


Mit dieser Norm untersagt die Stadt Regensburg seit dem 3. März 1997 den Betrieb von Öfen, die mit Festbrennstoffen befeuert werden. Damit möchte die Stadt ihre Bewohner vor einer zu starken Belastung durch Emissionen schützen. Wer dennoch einen Ofen betreiben möchte, muss einen Antrag bei der Stadtverwaltung stellen. Hierbei gelten besonders strenge Regelungen. Es dürfen demnach nur Feuerstätten genehmigt werden, deren CO-Gehalt bei der Verbrennung nicht unter 0,12 Vol.%/1,5g/m³ in Bezug auf 13 Prozent Sauerstoff liegt.

Sekundärluft/ Scheibenspülung


Die sogenannte Sekundärluft sorgt dafür, dass die Verbrennungsluft noch emissionsärmer wird. Verantwortlich dafür ist die Nachverbrennung. Dem Brennraum wird die vorgewärmte Sekundärluft über die Scheibe des Kaminofens zugeführt. Hierdurch verbrennen zusätzliche Abgaspartikel. Dieser Vorgang wird auch Scheibenspülung genannt. Die Sekundärluft hat durch das „Spülen der Scheibe“ noch einen positiven Nebeneffekt: sie hält die Kaminscheibe sauber. Die meisten Kaminöfen verfügen heute über ein Sekundärluftsystem.

Schornstein


Mit einem Schornstein werden Rauchgase sicher nach draußen geführt. Die Wahl des passenden Schornsteinsystems richtet sich nach dem Aufstellort und der Art sowie der Anzahl der an das Abgassystem angeschlossenen Feuerstätten. Für moderne Abgasanlagen werden heute üblicherweise Edelstahlschornsteine, Keramikschornsteine, Leichtbauschornsteine oder Kunststoffschornsteine verwendet.
Der Schornstein selbst wird je nach Region in Deutschland auch als Esse, Kamin oder Rauchfang bezeichnet.
Erste Vorläufer des Schornsteins entstanden im 11. Jahrhundert.

Schamotte


Die Bezeichnung Schamotte umfasst sowohl feuerfeste Steine als auch Mauern. Aufgrund ihrer Materialeigenschaften wird Schamotte auch für die Feuerraum-Auskleidung von Öfen und Schornsteine verwendet, denn Schamottesteine können Wärme hervorragend speichern. Ein weiterer Vorteil von Schamottestein besteht darin, dass er sehr leicht verarbeitet werden kann.
Schamotte besteht in der Regel aus feuerfester Tonerde, der Aluminiumoxid zugefügt und die anschließend gebrannt wird. Das Material wird umso stabiler, je höher die Konzentration an Aluminiumoxid ist.

Strahlungswärme


Als Strahlungswärme wird die Wärme bezeichnet, welche die Körper der Umgebung aufheizt. Dadurch unterscheidet sie sich von der Konvektionswärme, welche die Umgebungsluft erwärmt.
Strahlungswärme wird als sehr angenehm empfunden, da wir sie in unmittelbarer Nähe des Ofens sofort wahrnehmen und direkt absorbieren.

Sturzbrandtechnik


Beim sogenannten Sturzbrand wird das Brennmaterial in der oberen Kammer verfeuert. Die dadurch freigesetzten Abgase werden über den Feuerraumboden jedoch in eine zusätzliche zweite Brennkammer geführt, wo Verbrennungsluft eingeleitet wird. Dadurch verbrennen alle restlichen Abgaspartikel unter sehr hohen Temperaturen, die zum Heizen genutzt werden können. Die Sturzbrandtechnik sorgt demnach dafür, dass die Emissionen eines Ofens noch sauberer werden und das Heizgerät einen noch höheren Wirkungsgrad erzielen kann.

Tertiärluft


Mit der Tertiärluft wird die Verbrennung in einem Ofen optimiert. Die Tertiärluft wird von oben über die Rückwand in den Feuerraum geleitet. Alle Rauchgase, die bis dahin noch nicht verbrannt wurden, können auf diese Weise fast komplett nachverbrannt werden. Somit sind Kaminöfen mit Tertiärluftsystem nicht nur sparsamer im Brennstoffverbrauch, sondern stoßen weniger Emissionen aus.

Vermiculite


Vermiculite ist ein wichtiges Material, das für feuerfeste Dämmplatten verwendet wird. Vermiculite ist der Markenname für ein Aluminium-Eisen-Magnesium-Silikat, das Temperaturen bis 1150° C widersteht. Verwendet wird es deshalb, um Brennräume von Öfen zu verkleiden oder zu reparieren. Es ist im Vergleich zu Schamotte viel leichter und einfacher zu bearbeiten. Zum Zuschneiden der Vermiculite-Platten reicht eine Stichsäge oder Handsäge.

Wassergehalt


Mit dem Wassergehalt wird die Menge an Feuchtigkeit bestimmt, die sich z.B. in nassem Holz befindet. Berechnet wird der Wassergehalt von Holz, indem man die Wassermenge im Holz durch das Gesamtgewicht des Holzes teilt und mit dem Faktor 100 multipliziert. Der Wassergehalt ist demnach ein Prozentwert. Allerdings wird in der Praxis meist nur die Holzfeuchte gemessen und nicht der Wassergehalt.